Patient:innenversorgung/-beurteilung

ABCDE-Schema, ALS/BLS-Algorithmen, Geriatrisches Assessment, Pädiatrisches Assessment, ... zu finden

Clinical Governance

Clinical Governance

Grundprinzip: Clinical Governance - medvbg

Clinical Governance beschreibt ein Organisations- und Führungsprinzip im Gesundheitswesen, das darauf abzielt, die Qualität der Patientenversorgung systematisch sicherzustellen und kontinuierlich zu verbessern. Es handelt sich um einen strukturierten Rahmen, über den Gesundheitsorganisationen Verantwortung für die Qualität ihrer Leistungen übernehmen und gleichzeitig hohe Standards der Patientenversorgung gewährleisten. Clinical Governance umfasst dabei Prozesse, Strukturen und eine Organisationskultur, die eine sichere, effektive und evidenzbasierte Versorgung ermöglichen.

Zentrale Elemente dieses Ansatzes sind unter anderem evidenzbasierte Leitlinien, kontinuierliche Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter:innen, Qualitätsmanagement, klinische Audits sowie Maßnahmen zur Patientensicherheit. Ziel ist es, klinische Entscheidungen nachvollziehbar zu strukturieren, die Versorgungsqualität messbar zu machen und kontinuierliche Verbesserungsprozesse zu ermöglichen.

Im Rettungsdienst bedeutet Clinical Governance, dass medizinische Maßnahmen auf standardisierten und evidenzbasierten Leitlinien beruhen. Mitarbeiter:innen müssen daher Zugriff auf aktuelle klinische Leitlinien haben, nach definierten Entscheidungsalgorithmen arbeiten und Maßnahmen innerhalb eines klar festgelegten Handlungsspielraums durchführen. Dieses guideline-basierte Vorgehen entspricht internationalen Standards moderner Notfallversorgung und unterstützt eine sichere, nachvollziehbare und qualitativ hochwertige Patientenversorgung.

Vor diesem Hintergrund soll medvbg künftig eine zentrale Rolle im Clinical-Governance-System des Rettungsdienstes Vorarlberg einnehmen. Die Plattform ermöglicht den strukturierten digitalen Zugriff auf Leitlinien, Algorithmen und Hintergrundinformationen und wird damit Teil eines integrierten Systems aus Leitlinienentwicklung, Ausbildung, Qualitätsmanagement und Patientensicherheit.

Zusammengefasst müssen Mitarbeiter:innen im Rettungsdienst:
•    Zugriff auf klinische Leitlinien haben
•    nach standardisierten Algorithmen/Behandlungsanweisungen arbeiten
•    definierte Maßnahmen durchführen dürfen

 

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raphaela.duenser 07/2026 Ursprungsversion

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Geriatrisches Assessment

Geriatrisches Assessment

GEMS-Diamant

Die Versorgung geriatrischer Patient:innen erfordert im präklinischen Setting ein hohes Maß an Differenzierung und Struktur. Mit dem GEMS-Diamant und dem GEMS-Algorithmus stehen dem Rettungsdienst zwei praxisnahe Werkzeuge zur Verfügung, um diesen Anforderungen gerecht zu werden – insbesondere bei unspezifischen oder atypischen Symptomen, die bei älteren Menschen häufig auftreten.

Der GEMS-Diamant ist ein strukturierter Beurteilungsansatz, der auf vier zentralen Dimensionen basiert:

GEMS Diamant.jpg

Ziele des GEMS-Diamanten:


Der GEMS-Diamant ersetzt dabei nicht die medizinische Notfallversorgung, sondern ergänzt sie durch ein geriatrisch-spezifisches Blickfeld.

 

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Geriatrisches Assessment

GEMS-Algorithmus

Ergänzend zum Diamanten bietet der GEMS-Algorithmus eine schrittweise Anleitung zur Einschätzung geriatrischer Patient:innen in der präklinischen Akutsituation. Er ist darauf ausgelegt, unter Zeitdruck wichtige Informationen schnell zu erkennen, einzuordnen und Handlungen zielgerichtet einzuleiten.

Wichtig: Der GEMS-Algorithmus ersetzt nicht die standardisierte Patient:innenanamnese nach dem ABCDE-Schema gemäß der Lehrmeinung des Österreichischen Roten Kreuzes. Vielmehr ist er als ergänzendes Werkzeug zu verstehen – besonders in Fällen, in denen der geriatrische Kontext das klinische Bild beeinflusst oder die Kommunikation erschwert ist.

Nutzen des GEMS-Algorithmus:

Beide Werkzeuge – GEMS-Diamant und GEMS-Algorithmus – tragen dazu bei, dass geriatrische Patient:innen nicht nur medizinisch, sondern auch menschlich besser betreut werden. Sie sensibilisieren für das Wesentliche: nicht nur das „Was fehlt“, sondern auch das „Was braucht dieser Mensch jetzt?“

GEMS_Algorithmus.jpg

 

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Geriatrisches Assessment

Geriatrisches Glossar

GEMS

Ein strukturierter Ansatz zur Beurteilung geriatrischer Patient:innen im Rettungsdienst:

  • Geriatric – Alterstypische Veränderungen
  • Environmental – Umfeld, Wohnsituation, Gefahrenquellen
  • Medical – Multimorbidität, Medikamente, Vitalparameter
  • Social – Soziales Netz, Pflege, Vereinsamung, Gewalt 
SPLATT Sturzabklärung im Alter | Hilfe bei der Ursachenanalyse nach einem Sturz:
•    Symptoms before fall
•    Previous falls
•    Location of fall
•    Activity at time of fall
•    Time of fall
•    Trauma after fall
VITAMINS C & D Ursachencheck bei funktionellem Abbau
Gedächtnisverlust, Schwäche, kognitive Veränderungen – mögliche Ursachen:
•    Vaskulär
•    Inflammation (Entzündung)
•    Toxine, Trauma, Tumor
•    Autoimmun
•    Metabolisch (z. B. Hypoglykämie)
•    Infektion
•    Narkotika (Medikamente, Substanzen)
•    Systemisch (z. B. Sepsis)
•    Congenital (angeboren)
•    Degenerativ (z. B. Alzheimer)
Dilirium Erklärung akuter Verwirrtheit, Unruhe, Wahrnehmungsstörung:
•    Drogen/Toxine
•    Emotionale Belastung
•    Low pO₂ (Hypoxie)
•    Infektion
•    Retention (Harn- oder Stuhlverhalt)
•    Iktal (Anfallsgeschehen)
•    Unterernährung/Dehydration
•    Metabolisch (z. B. Elektrolytstörungen)
•    Subdurales Hämatom
Demenz
Chronische, progrediente Erkrankung mit Verlust kognitiver Fähigkeiten. Typische Merkmale:
• Gedächtnisstörungen
• Orientierungsverlust
• Sprachprobleme
• Verhaltensveränderungen
→ Irreversibel (z. B. Alzheimer) oder reversibel (z. B. durch Medikamente, Mangelzustände)

 

Delir

Akuter Verwirrtheitszustand mit raschem Beginn, häufig reversibel. Symptome:

•    Bewusstseinsstörungen
•    Desorientierung
•    Halluzinationen
•    Unruhe oder Apathie
→ Immer ein Notfall – häufig durch Infektionen, Medikamente oder Stoffwechselentgleisungen ausgelöst

Geriatrische Depressionsskala
Ein validiertes Screening-Instrument zur Erfassung depressiver Symptome bei älteren Menschen. 15 Ja/Nein-Fragen, spezifisch auf geriatrische Lebensrealitäten abgestimmt.

Frailty    
„Gebrechlichkeit“
Zustand erhöhter Anfälligkeit für Stressoren (z. B. Infekte, Stürze) mit hohem Risiko für Hospitalisierung, Pflegebedürftigkeit oder Tod. Kennzeichen: ungewollter Gewichtsverlust, Muskelschwäche, Erschöpfung, verlangsamtes Gehen.
Multimorbidität    
Vorliegen mehrerer chronischer Erkrankungen gleichzeitig – z. B. COPD + Diabetes + Herzinsuffizienz. Erhöht das Risiko für Komplikationen, Polypharmazie und funktionellen Abbau.
Polypharmazie
Einnahme von fünf oder mehr Medikamenten gleichzeitig – häufig mit Risiken wie Wechselwirkungen, Nebenwirkungen oder Non-Adhärenz verbunden.
IADL / ADL
ADL (Activities of Daily Living): Grundfunktionen des Alltags (Waschen, Ankleiden, Mobilität)
IADL (Instrumental Activities of Daily Living): komplexere Tätigkeiten (Haushalt, Einkäufe, Medikamente managen)
Advance Care Planning (ACP)
„Patientenverfügung“
Gespräche zur vorausschauenden Versorgungsplanung – insbesondere bei geriatrischen Patient:innen mit eingeschränkter Prognose oder Entscheidungsfähigkeit.
Palliative Versorgung
Symptomorientierte, lindernde Versorgung bei fortgeschrittenen Erkrankungen mit Fokus auf Lebensqualität – häufig relevant im geriatrischen Kontext.

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raphaela.duenser 07/2026 Ursprungsversion

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Bewusstsein (Beurteilung, AVPU und Glasgow Coma Scale)

AVPU Schema

AVPU-Schema.png

Glasgow Coma Scale (GCS)

Glasgow Coma Scale (GCS).png

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Quelle: SanTool.at | Rettungsdienst Guidelines | Informationen

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Orientierung - Richtungsbezeichnungen Körper

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superior oben
inferior unten
cranial kopfwärts
caudal steißwärts
anterior vorne
posterior hinten
ventral bauchwärts
dorsal rückenwärts
dexter rechts
sinister links
lateral seitwärts
medial zur Körpermitte hin
distal von der Rumpfmittel entfernt
proximal zum Rumpf hin laufend
Abduktion Bewegung vom Körper weg
Adduktion Bewegung zum Körper hin
Extension Streckung
Flexion Beugung
Innenrotation Einwärtsdrehung
Außenrotation Auswärtsdrehung

 

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ÖRK NÖ 05/2026 Ursprungsversion
raphaela.duenser 07/2026 Übernahme Ursprungsversion

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Krankheitsbilder

Krankheitsbilder

Pulmonalembolie (Wells-Score)

Quelle: SanTool.at | Rettungsdienst Guidelines | Informationen

Wells-Score bei Verdacht auf Pulmonalembolie.png

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Quelle: Viola Hach-Wunderle (2016) S2k Leitlinien für Venenthrombose und Lungenembolie, Deutsche Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V. (DGA); S. 85

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Krankheitsbilder

Schlaganfall (APSS-Score)

APSS-Score bei Verdacht auf Schlaganfall.png

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Quelle: Österreichische Schlaganfall-Gesellschaft (ÖGSF) (2018) Präklinisches Schlaganfallmanagement - jede Minute zählt Broschüre für Notärzte, Sanitäter und Angehörige von Gesundheitsberufen

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Krankheitsbilder

Verbrennungsausdehnungen


Verbrennungsausdehnungen.png

Verbrennungsgrade

Verbrennungsgrade.png

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