Maßnahmenbeschreibungen B - Breathing (Atmung) Kapnometrie/Kapnografie Indikationen Tubusadapter Endotracheal intubierter Patient Mit SGA (Laryngsmaske/Larynxtubus) intubierter Patient Nasal-/Oraladapter Atemdepressiver Patient Bewusstseinsgestörter Patient Sedierter Patient Patient mit respiratorischer Störung Kontraindikationen Keine Benötigtes Material EKG-Monitor Kapnometrie Tubusadapter oder Nasal-/Oraladapter Durchführung Tubusadapter Nr. 1 Beide Sensoren mit dem Adapter konnektieren (Dreieck auf Dreieck) 2 Den Adapter zwischen Beatmungsbeutel und Beatmungsfilter platzieren ( Optimale Anordnung: Tubus - Gänsegurgel - Beatmungsfilter - Kapnografiesensor - Beatmungsbeutel ) Nasal-/Oraladapter Nr. 1 Beide Sensoren mit dem Adapter konnektieren (Dreieck auf Dreieck) 2 Patient über die Maßnahme aufklären 3 Adapter in der Nase platzieren, mit den Kabeln hinter den Ohren fixieren und den Fixierring unter dem Kinn festziehen 4 Den Adapter und die Kabel mit Klebestreifen fixieren Erläuterungen Kapnogramm Phase I Beginn der Exspiration. Zunächst wird die Luft des anatomischen Totraumes ausgeatmet. Da diese kein CO2 besitzt, kommt es während dieser Phase zunächst zu keinem Anstieg im Kapnogramm. Phase II In der weiteren Ausatmung wird zunehmend zur Luft aus dem anatomischen Totraum Gas aus den Alveolen ausgeatmet. Da dieses CO2 beinhaltet, kommt es zum schnellen Anstieg im Kapnogramm. Phase III In dieser Phase kommt es zum Abatmen der Luft aus den Alveolen. Da CO2-arme Luft des Totraumes nicht mehr vorhanden ist, kommt es zu einer Plateauphase im Kapnogramm. Der Übergang von Phase III zu Phase IV markiert den Beginn der Inspiration. In diesem Moment erreicht das CO2 am Detektor seinen Maximalwert. Dieser Wert wird als endtidales Kohlendioxid (etCO2) bezeichnet und spiegelt den CO2-Gehalt der Alveolen am besten wider. Phase IV Mit Beginn der Inspiration kommt es zum schnellen Abfall der CO2-Konzentration im Schlauchsystem. Normal Atemzug mögliche Ursachen: spontaner Atemzug (*) bei beatmendem Patienten Erhöhte Frequenz mögliche Ursachen: Hyperventilation Erniedrigte Frequenz mögliche Ursachen: Hypoventilation Schädel-Hirn-Trauma (Hirnstammschädigung) Opiatüberdosierung / Opiatvergiftung Exponentieller Abfall mögliche Ursachen: Herz-Kreislauf-Stillstand Herzinfarkt mit verminderter Auswurfleistung hoher Blutverlust / Volumenmangelschock Lungenembolie rascher Abfall des Blutdrucks Konstant erhöht mögliche Ursachen: Hyperthermie Konstant erniedrigt mögliche Ursachen: Reanimation Atemwegsverlegung durch Schleim Hypothermie Hinweis für niedriges CO2 in der Lunge als Folge einer mangelnden Perfusion. Plötzlicher Abfall auf Null mögliche Ursachen: Unterbrechung der Verbindung zum Beatmungssystem Undichtigkeit im Probenentnahmesystem versehentliche Extubation vollständiger Atemwegsverschluss Schrägstellung des Plateaus mögliche Ursachen: chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) Asthma teilweise Verlegung des Tubus Irregulär mögliche Ursachen: temporäre Undichtigkeiten im Beatmungssystem temporärer, teilweiser Verschluss des Beatmungssystem (zum Beispiel abknicken während Umlagerung) Steigende Grundlinie mögliche Ursachen: Verunreinigung des Sensors Quellenangaben Luxem J., Runggaldier K., Karutz H., Flake F. (2020) Notfallsanitäter Heute, 7. Auflage Enke K., Flemming A., Hündorf H.-P., Knacke P. G., Lipp R. Rupp P. (2019) Lehrbuch für präklinische Notfallmedizin , 6. Auflage flexikon.doccheck.com https://nerdfallmedizin.de/2022/08/01/nerdfacts-folge-4-2022-nasenbluten/ https://rd-factsheets.de/fs/epistaxis/ https://www.msdmanuals.com/de/profi/multimedia/video/wie-nasenbluten-behandelt-wird-epistaxis www.san-erlangen.de Version Kürzel Datum Info RK NÖ 06/2024 Ursprungsversion raphaela.duenser 07/2026 Übernahme Ursprungsversion Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version. Sauerstoffinsufflation Indikationen Zyanose, schwere Atemnot, drohende Ateminsuffizienz SpO 2 Sättigung <94% / <90% bei COPD/ACS Erkrankung/Verletzung mit Indikation zur O 2 -Gabe (z.B. Tauchunfall) Fortführung einer Langzeit-Sauerstofftherapie Therapieziel Besserung der Atemnot Anstieg der SpO 2 Sättigung auf 94%-98% Kontraindikationen Im Notfall keine  Erkrankung/Verletzung ohne Indikation zur O 2 -Gabe (z.B. Hyperventilationstetanie) Achtung Sicherheitshinweise zur Anwendung von Sauerstoff beachten  Benötigtes Material O 2 -Flasche mit Druckminderer und Verbindungsschlauch O 2 -Maske mit Reservoir / O 2 -Nasenbrille nach Bedarf: Verneblermaske, Beatmungsbeutel Pulsoxymeter Durchführung O2-Maske (mit Reservoir) Nr. Maßnahme/Handlung 1 Die Sauerstoffmaske wird aus der Verpackung genommen und der Anschlussschlauch wird vollständig abgewickelt.   2 Der Anschlussschlauch wird am Sauerstoffanschluss befestigt. 3 Das Flaschenventil wird geöffnet und die Abgabemenge eingestellt. 4 Je nach Produkt füllt sich nun der Reservoirbeutel (bei einer Abgabemenge von 15 l/min O₂) von selbst oder muss laut Herstellerangabe gefüllt werden.   5 Sobald Sauerstoff in die Maske strömt, wird die Maske über Mund und Nase des Patienten/der Patientin gesetzt. Der Nasenclip wird angeformt. Die Gummibänder werden gestrafft, sodass die Sauerstoffmaske dicht an der Haut aufliegt.   6 Bei der Ein- und Ausatmung sollte die Maske nun innen beschlagen. # Fehlermanagement:  Sollte die Anlage der Sauerstoffmaske von Patient:innen nicht toleriert werden, oder die Sauerstoffmaske nicht auf das Gesicht passen (z. B. bei Kindern) dann kann die Sauerstoffmaske auch von den Sanitäter:innen, dem/der Patient:in selbst oder von Angehörigen vor das Gesicht gehalten werden („Sauerstoffdusche”).     O2-Nasenbrille Nr. Maßnahme/Handlung 1 Absprache mit Patient:in über die vorgegebene Abgabemenge der Langzeit-Therapie.  2 Die Nasenbrille wird aus der Verpackung genommen und der Anschlussschlauch wird vollständig abgewickelt. Bei Bedarf kann eine bereits vorhandene Nasenbrille des Patienten / der Patientin verwendet werden. 3 Der Anschlussschlauch wird am Sauerstoffanschluss befestigt. 4 Das Flaschenventil wird geöffnet und die Abgabemenge eingestellt. 5 Sobald Sauerstoff durch die Nasenbrille strömt, werden die Auslassöffnungen in die Nasenlöcher gebracht.   6 Die Sauerstoffschläuche werden hinter die Ohren geführt. Unter dem Kinn wird der verstellbare Clip so positioniert, dass die Schläuche gut sitzen und die Auslassöffnungen in der Nase nicht verrutschen können.   Erläuterungen Sauerstoff (O₂) wird in Druckgasflaschen komprimiert und verdichtet geliefert. Um Sauerstoff dosieren zu können befinden sich Druckminderer auf der Flasche welche fest verbaut oder tauschbar sind. An diesen kann die Abgabemenge eingestellt werden. Zusätzlich kann man auf einem Druckminderer den aktuellen Druck in der Flasche ablesen. Sicherheitshinweise Sauerstoff ist stark verbrennungsfördernd. Deshalb: kein Rauchen, keine offenen Flammen, Abstand zu Hitzequellen, keine öligen oder fetthaltigen Produkte an Händen, Gesicht oder Material. Sauerstoffflaschen gegen Umfallen sichern.  Berechnung Gasvorrat/Abgabedauer Berechnung des Gasvorrats Rauminhalt der Flasche in Liter x Inhaltsdruck in Bar = Gasvorrat in Liter (z.B.: 10 Liter Flasche x 120 bar Inhaltsdruck = 1.200 Liter Sauerstoff) Berechnung der Abgabedauer Gasvorrat in Liter / Abgabemenge (Liter/Minute) = Abgabedauer in Minute (z.B. 1.200 Liter Gasvorrat / 15l/min = 80 Minuten) Quellenangaben ÖRK, Sanitäter:innen Ausbildung Band 1 & Band 2 Samariterbund Österreich, OSCE - Sauerstoffgabe mittels Sauerstoffbrille Version Kürzel Datum Info RK NÖ 06/2024 Ursprungsversion raphaela.duenser 07/2026 Übernahme Ursprungsversion Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version.