Maßnahmenbeschreibungen C - Circulation (Kreislauf)

halbautomatische Defibrillation

Indikationen

Therapieziel

Kontraindikationen

Sicherheitshinweise

Benötigtes Material

Durchführung

corpuls³
Nr. Maßnahme/Handlung
1 Reanimation nach BLL "Atem-Kreislauf-Stillstand" durchführen
2

Therapieelektrdoen antero-lateral (AL) aufkleben

 

image.png

 

In folgenden Situationen soll alternativ die antero-posteriore Position der Therapieelektroden erwogen werden:

  • Wechsel des Defibrillationsvektors vor dem 4. Schock
  • Patienten mit Pectus excavatum (Trichterbrust)
  • Implantierte medizinische Geräte im Bereich der Elektrodenposition (mindestens 8 cm Abstand halten)
  • Sonstige Gegebenheiten, die die Haftung der Elektrode beeinträchtigen (Wunden, Verbände,...)

Beachte: Bei der antero-posterioren Position der Therapieelektroden muss die rechte Elektrode (RA) auf dem Rücken und die linke Elektrode (LL) auf dem Brustkorb angebracht werden.

 

image.png

image.png

Defibrilator-Padpositionen


RA LL
Antero-Lateral Anterior unter dem rechten Schlüsselbein, über der rechten Brustwarze, rechts vom Sternum. Lateral unterhalb der linken Achselhöhle in der mittleren Axillarlinie.
Antero-Posterior Posterior links von der Wirbelsäule unter dem Schulterblatt. Anterior links vom Sternum.
3

Therapieelektroden fest andrücken

4

AED-Modus des Defibrillators starten

5

Rhythmusanalyse des Defibrillators starten

Beachte: Die Herzdruckmassage soll möglichst erst unmittelbar vor der Analyse unterbrochen werden.

6

Analyse-/Ladephase des Defibrillators abwarten

Achtung: Bei corpuls³ ist keine Herzdruckmassage während der Analyse-/Ladephase möglich!

Erkennt der Notfallsanitäter einen eindeutig nicht schockbaren Rhythmus, muss die Analyse nicht vollständig abgewartet werden und die Herzdruckmassage kann sofort wieder begonnen werden.

7

Warnung an das Team: "ACHTUNG SCHOCK!"

Patienten nicht berühren

8 Schock auslösen
9 Herdruckmassage unmittelbar ohne Kreislaufkontrolle fortsetzen

Quellenangaben

European Resuscitation Council Guidelines 2025 Adult Basic Life Support
European Resuscitation Council Guidelines 2025 Adult Advanced Life Support
Corpuls 3 Gebrauchsanweisung
Lifepak CR2 Gebrauchsanweisung

Version

Kürzel Datum Info
RK NÖ 06/2024 Ursprungsversion
raphaela.duenser 07/2026 Übernahme Ursprungsversion

Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version.

halbautomatische Defibrillation (Kinder)

Indikationen

Therapieziel

Kontraindikationen

Sicherheitshinweise

Benötigtes Material

Durchführung

corpuls³
Nr. Maßnahme/Handlung
1 Reanimation nach BLL "Atem-Kreislauf-Stillstand" durchführen
2

Elektrodengröße auswählen

 

Gewicht Elektrodengröße
Bis 12 kg Kinder
Ab 12 kg Erwachsene
3

Therapieelektrdoen antero-lateral (AL) aufkleben

 

Defi-AL-Kind-C3.pngDefi-AL-Säugling-C3.png

 

In folgenden Situationen soll alternativ die antero-posteriore Position der Therapieelektroden erwogen werden:

  • Säuglinge und Kinder, die für die Platzierung der Elektroden leicht auf die Seite gedreht werden können und bei denen die anterolaterale Position schwieriger zu erreichen ist, ohne dass sich die Defibrillationselektroden berühren
  • Patienten mit Pectus excavatum (Trichterbrust)
  • Implantierte medizinische Geräte im Bereich der Elektrodenposition (mindestens 8 cm Abstand halten)
  • Sonstige Gegebenheiten, die die Haftung der Elektrode beeinträchtigen (Wunden, Verbände,...)

Beachte: Bei der antero-posterioren Position der Therapieelektroden muss die rechte Elektrode (RA) auf dem Rücken und die linke Elektrode (LL) auf dem Brustkorb angebracht werden.

 

Defi-AP-Kind-C3.png

Defi-AP-Säugling-C3.png

Defibrilator-Padpositionen


RA LL
Antero-Lateral Anterior unter dem rechten Schlüsselbein, über der rechten Brustwarze, rechts vom Sternum. Lateral unterhalb der linken Achselhöhle in der mittleren Axillarlinie.
Antero-Posterior Posterior links von der Wirbelsäule unter dem Schulterblatt. Anterior links vom Sternum.
4

Therapieelektroden fest andrücken

5

AED-Modus des Defibrillators starten

6

Defibrillationsenergie einstellen

 

Gewicht Schock 1-4
(4 J/kg KG)
Ab dem 5. Schock
(8 J/kg KG)
 3 kg 15 J 25 J
4 kg 20 J 35 J
5 kg 20 J 40 J
6 kg 25 J 50 J
7 kg 30 J 60 J
8 kg 35 J 65 J

9 kg

40 J 75 J
10 kg 40 J 80 J
11 kg 45 J 90 J
12 kg 50 J 100 J
13 kg 55 J 105 J
14 kg 60 J 115 J
15 kg 60 J 120 J
16 kg 65 J 130 J
17 kg 70 J 140 J
18 kg 75 J 145 J
19 kg 80 J 155 J
20 kg 80 J 160 J
21 kg 85 J 170 J
22 kg 90 J 180 J
23 kg 95 J 185 J
24 kg 100 J 195 J
25 kg 100 J 200 J

26 kg

105 J 200 J
27 kg 110 J 200 J
28 kg 115 J 200 J
29 kg 120 J 200 J
30 kg 120 J 200 J
31 kg 125 J 200 J
32 kg 130 J 200 J
33 kg 135 J 200 J
34 kg 140 J 200 J
35 kg 140 J 200 J
36 kg 145 J 200 J
37 kg 150 J 200 J
38 kg 155 J 200 J
39 kg 160 J 200 J
40 kg 160 J 200 J
41 kg 165 J 200 J
42 kg 170 J 200 J
43 kg 175 J 200 J
44 kg 180 J 200 J
45 kg 180 J 200 J
46 kg 185 J 200 J
47 kg 190 J 200 J
48 kg 195 J 200 J
ab 49 kg 200 J 200 J
7

Rhythmusanalyse des Defibrillators starten

Beachte: Die Herzdruckmassage soll möglichst erst unmittelbar vor der Analyse unterbrochen werden.

8

Analyse-/Ladephase des Defibrillators abwarten

Achtung: Bei corpuls³ ist keine Herzdruckmassage während der Analyse-/Ladephase möglich!

Erkennt der Notfallsanitäter einen eindeutig nicht schockbaren Rhythmus, muss die Analyse nicht vollständig abgewartet werden und die Herzdruckmassage kann sofort wieder begonnen werden.

9

Warnung an das Team: "ACHTUNG SCHOCK!"

Patienten nicht berühren

10 Schock auslösen
11 Herdruckmassage unmittelbar ohne Kreislaufkontrolle fortsetzen

Quellenangaben

European Resuscitation Council Guidelines 2025 Paediatric Life Support
Corpuls 3 Gebrauchsanweisung

Version

Kürzel Datum Info
RK NÖ 06/2024 Ursprungsversion
raphaela.duenser 07/2026 Übernahme Ursprungsversion

Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version.

Abbindung mittels Tourniquet

Indikationen

Therapieziel

Kontraindikationen

Benötigtes Material

Durchführung

Nr. Maßnahme/Handlung
1 Teambriefing: Plan kommunizieren, Aufgaben verteilen
2

Tourniquet vorbereiten (Verpackung öffnen & Produkt entnehmen)

3 Kleidung entfernen (Anwendung auf der nackten Haut)
4 Tourniquet mind. eine Handbreite/5 cm oberhalb (proximal – Richtung Körper) der Wunde anbringen
5 Gurt straff festziehen und befestigen (gute Zugänglichkeit garantieren)
Ist das Band zu lang – nicht abschneiden!
6 Knebel drehen bis die Blutung steht
7

Knebel in der Lasche fixieren, Klett verschließen

8 Zeitpunkt der Abbindung notieren (beschreibbares Feld auf dem Tourniquet)
9 Wundversorgung (steril) durchführen
# Die Abbindung bleibt ausnahmslos bis zur Versorgung im Krankenhaus geschlossen.

Alternative Abbindungsmöglichkeiten 

Dreiecktuch/Blutdruckmanschette

Falls im Notfall (z.B. Sanitäter:in als Ersthelfer:in; Massenanfall an Verletzten; Mehrfachverletzungen) kein (weiteres) Tourniquet vorhanden ist, können andere Hilfsmittel verwendet werden, um eine Abbindung durchzuführen. Diese bringen jedoch stets weitere Problemstellungen/Herausforderungen mit sich.

Dreiecktuch und "Knebel"

Durchführung: Dreiecktuch zirkulär, proximal der Wunde anbringen und mittels eines Knebels (widerstandsfähiger Stab) verdrillen.

Problemstellung: Gewebeschädigungen 

 

Manuelle Blutdruckmanschette

Durchführung: Anbringen der Blutdruckmanschette an der verletzten Extremität - proximal der Wunde. Aufblasen der Manschette deutlich über dem Wert des systolischen Blutdrucks (z.B. 250 mmHg).

Problemstellung: 1.) Fehlende Größe für untere Extremitäten. 2.) Konstantes Aufrechterhalten des Druckniveaus während der gesamten Versorgung sowie des Transports - herkömmliche Blutdruckmanschetten sind dafür nicht ausgelegt. Eine regelmäßige Kontrolle ist unerlässlich um eine unbemerkte Blutung/Lösung der Abbindung zu vermeiden.


Erläuterungen

Das Team entscheidet, welche Methode zur Blutstillung angewendet wird, mit dem Ziel, eine effektive Blutstillung sicherzustellen. (Bsp. die Blutung kann nur ungenügend durch den manuellen Druck gestillt werden oder die personellen Ressourcen)

Zudem ist der/die Sanitäter:in für die regelmäßige Überprüfung des Erfolgs der Blutstillung verantwortlich (z. B. bei Anwendung bei „Erste Eindruck: X“ muss die Blutstillung bei „C - Circulation – Kreislauf“ auf Wirksamkeit kontrolliert werden).

Darüber hinaus ist bei der Versorgung einer Extremität die Motorik, die Durchblutung und die Sensibilität (MDS) sorgfältig zu prüfen.

Tourniquet (Abbindung)
Das Combat Application Tourniquet® (C-A-T®) ist wohl das bekannteste und am meisten eingesetzte Abbindesystem der Welt und hilft, massive Blutverluste bei schweren Extremitätenverletzungen effizient zu verhindern. Am Arm oder am Bein angelegt, wird durch einfache Drehbewegungen des Knebels die Blutung gestoppt. In der Generation 7 wurde die Handhabung weiter verbessert. Ein massiverer, ergonomischer Knebel erleichtert das Greifen und Drehen. Durch die neu gestaltete Schnalle ist ein Durchfädeln des Klettbandes durch zwei Schnallen, wie bei früheren Generationen, nun nicht mehr notwendig.
Die Abbindung wird bei einer starken Blutung an den Extremitäten sofort (bei x) durchgeführt, wenn:
•    eine andere Blutstillung nicht möglich ist
•    ein schwerwiegendes A, B, oder C-Problem vorliegt, welche behandelt werden muss


Israelie Bandage (Notverband)

Der Notverband ist der kompakte „all-in-one“ Druckverband, wenn es um die schnelle und effektive Versorgung von starken Blutungen an den Extremitäten, von Kopfverletzungen oder von Blutungen im Halsbereich geht. Die Bandage ist doppelt verpackt und beide Verpackungen müssen entfernt werden. Auf der Innenseite ist eine sterile, große und saugfähige Wundauflage eingenäht, welche nicht mit der Wunde verklebt. Der Druckapplikator, an der Außenseite fungiert als Druckkörper, dieser widerspricht den Vorgaben der Lehrmeinung, ist aber durch die Chefärzte des ÖRK – nur für diese Art von Druckverbänden – freigegeben worden. Ein zusätzlich durchgenähter Faden verhindert ungewolltes Abrollen der Bandage während der Anlage. Eine Fixierklemme ermöglicht das sofortige Fixieren des Druckverbandes. Falls erforderlich kann der Druckverband auch selbstständig, mit nur einer Hand mit der Schlaufe am Beginn, angelegt werden, dies ist für den militärischen Einsatz von Bedeutung.

Quellenangaben

Version

Kürzel Datum Info
RK NÖ 06/2024 Ursprungsversion
raphaela.duenser 07/2026 Übernahme Ursprungsversion

Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version.

Druckverband (z.B. mittels Emergency Bandage)

Indikationen

Therapieziel

Kontraindikationen

Benötigtes Material

oder

Durchführung

#Variante1 - Durchführung mittels Notverband (Emergency Bandage)
Nr. Maßnahme/Handlung
1 Teambriefing: Plan kommunizieren, Aufgaben verteilen
2

Notverband vorbereiten (Verpackung öffnen & Bandage entnehmen)

3

Ein:e Sanitäter:in führt einen manuellen Druck (mit steriler Wundauflage) durch. Bei Ressourcenmangel kann versucht werden, dass der/die Patient:in selbst den manuellen Druck ausübt. 

 

IMG_6749.JPG

 

4

Sterile Wundauflage auf die Wunde auflegen


5

Binde über die Wunde (und die Extremität) wickeln und durch den Bügel des Druckapplikators (=Spange) führen.

6

Binde in die Gegenrichtung zurückziehen und Druckkörper (=Spange) festziehen

7

Mit straffem Zug restliche Binde abwickeln

8

MDS Kontrolle

Weitere Anlagemöglichkeiten (T3-Bandage)

Anwendung bei einer Kopfverletzung

Bildschirm­foto 2024-12-23 um 14.21.44.png

Anwendung bei einer Halsverletzung

Bildschirm­foto 2024-12-23 um 14.23.24.png

Anwendung bei einer Handverletzung

Bildschirm­foto 2024-12-23 um 14.24.58.png


#Variante2 - Durchführung mittels kombinierter Produkte
Nr. Maßnahme/Handlung
1 Teambriefing: Plan kommunizieren, Aufgaben verteilen
2

Materialien vorbereiten

3

Ein:e Sanitäter:in führt einen manuellen Druck durch. Bei Ressourcenmangel kann versucht werden, dass der/die Patient:in selbst den manuellen Druck ausübt.

 

IMG_6749.JPG

4

Ein Druckkörper (elastisch, saugfähig, größer als die Wunde) wird über die Wundauflage gelegt. Der/die Sanitäter:in hält den Druck auf die Wundauflage und den Druckkörper weiterhin aufrecht.

 

IMG_6753.JPG

5

Mit einer (elastischen) Binde werden der Druckkörper und die Wundauflage fest umwickelt.

 

IMG_6770.JPG
6 Fixierung der elastischen Binde 
7 MDS Kontrolle

Erläuterungen

Im Mittelpunkt steht die adäquate Blutstillung um eine Lebensbedrohung zu bannen. Sollte die Blutung durch einen Druckverband nicht gestillt werden können, ist zu prüfen, ob eine Abbindung der Extremität mit einem Tourniquet möglich ist, oder ob der manuelle Druck verstärkt werden kann, indem man z. B. mit beiden Händen drückt.    

Spezifische Angaben/Anforderungen des Herstellers sind zu beachten und der Bedienungsanleitung zu entnehmen.

Quellenangaben

Bildquellen: ÖRK Bildungszentrum; RKNÖ/Schodritz, MedicalSCA

Version

Kürzel Datum Info
RK NÖ 01/2025 Ursprungsversion
raphaela.duenser 07/2026 Übernahme Ursprungsversion

Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version https://rdmed.n.roteskreuz.at/ oder die RKNÖ-App-Version (Aktualisierung alle 24h)!

Hämostyptika-Anwendung bei tiefen Wunden ("Wound Packing")

Indikationen

Therapieziel

Kontraindikationen

Folgende Verletzungen dürfen nicht mittels Wound-Packing versorgt werden:

Achtung

Benötigtes Material

Durchführung

#Chitosam
Nr. Maßnahme/Handlung
1 Schutzausrüstung anlegen
2 Patient:in über Maßnahme aufklären/Einverständnis einholen (über Schmerzen aufklären).
3

Kontraindikationen Wirkstoff

Der Wirkstoff Chitosan wird aus der Schale von Krebstieren gewonnen. 
Bei Lebensbedrohung (Wound-Packing zur Stillung kritischer Blutungen): keine Einschränkung der Anwendung
Bei Anwendung zur unterstützenden Blutstillung: Allergieabfrage notwendig - bei Unsicherheit TNA-Callback vor Anwendung durchführen.

4

Evt. Analgesie nach BLL "schweres Trauma" durchführen (Schmerzen auf erträgliches Maß senken) 

CAVE: die Analgesierung darf zu keinem Zeitverlust der Blutstillungsmaßnahmen führen

5

Patient:in in adäquate Versorgungsposition bringen

6

Direkten manuellen Druck auf die Wunde ausüben und dabei Material vorbereiten (lassen)

7

Blutungsquelle lokalisieren dabei freies und geronnenes Blut mit steriler Wundauflage entfernen

8

Hämostyptikum öffnen.

image.png

9

Hämostyptikum vollständig/dicht in die Wundhöhle in Richtung der Blutungsquelle einbringen und austamponieren - im Bedarfsfall (große Wundhöhle) ein weiteres Hämostyptikum oder anderes Verbandsmaterial verwenden.

 

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10

Mindestens 3 Minuten lang oder bis zum Stillen der Blutung Druck ausüben.

 

image.png

11

Einen Druckverband über der Wunde anlegen bzw. direkten manuellen Druck aufrechterhalten, sollte an der Körperstelle die Anlage eines Druckverbandes nicht möglich sein

12 Weitere Blutstillungsmaßnahmen im Bedarfsfall durchführen
# Wenn die Blutung anhält, versuche – sofern möglich – weiteres Material nachzupacken. Übe anschließend für weitere drei Minuten zusätzlichen direkten Druck aus.

[englischsprachiges Video, dass die Anwendung des Chitosam zeigt]


#Quik Clot
Nr. Maßnahme/Handlung
1 Schutzausrüstung anlegen
2 Patient:in über Maßnahme aufklären/Einverständnis einholen (über Schmerzen aufklären)
3

Evt. Analgesie nach BLL "schweres Trauma" durchführen (Schmerzen auf erträgliches Maß senken) 

CAVE: die Analgesierung darf zu keinem Zeitverlust der Blutstillungsmaßnahmen führen

4

Patient:in in adäquate Versorgungsposition bringen

5

Direkten manuellen Druck auf die Wunde ausüben und dabei Material vorbereiten (lassen)

6

Blutungsquelle lokalisieren dabei freies und geronnenes Blut mit steriler Wundauflage entfernen

7

Hämostyptikum öffnen (nicht komplett aus Verpackung entnehmen)

8

Erste Schicht des Hämostyptikums um den eigenen Finger wickeln (direkten Druck auf Wunde mit anderer Hand aufrecht erhalten)

9

Hämostyptikum vollständig in die Wundhöhle einbringen und austamponieren - im Bedarfsfall (große Wundhöhle) ein weiteres Hämostyptikum verwenden

10

Mindestens 3 Minuten lang oder bis zum Stillen der Blutung Druck ausüben

11

Einen Druckverband über der Wunde anlegen bzw. direkten manuellen Druck aufrechterhalten, sollte an der Körperstelle die Anlage eines Druckverbandes nicht möglich sein

12 Weitere Blutstillungsmaßnahmen im Bedarfsfall durchführen
/ [Sollte es beim Produkt QuikClot Gauze zu einem Durchbluten des initialen Verbandes kommen, so ist das Hämostyptikum aus der Wunde zu entfernen und ein weiteres QuikClot in der gleichen Vorgehensweise anzuwenden]

[englischsprachiges Video, dass die Anwendung des Quikclot zeigt]

Erläuterungen

Quellenangaben

Version

Kürzel Datum Info
RK NÖ 06/2024 Ursprungsversion
raphaela.duenser 07/2026 Übernahme Ursprungsversion

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Valsalva-Manöver

Indikationen

Therapieziel

Beenden der Tachykardie

Kontraindikationen

Benötigtes Material

Durchführung

Nr. Maßnahme/Handlung
1

Patient:in angenehm mit erhöhtem Oberkörper lagern

2

Patient:in über die Maßnahme aufklären

3

Stelle sicher, dass alle Vitalwerte erfasst wurden (inkl. eines 12-Kanal-EKG!).

4

Stelle sicher, dass ein EKG-Monitoring erfolgt und alle Personen zum Monitor sehen

5

Öffne eine neue 10 ml-Spritze und stelle sicher, dass der Spritzenkolben beweglich ist.

6

Stelle sicher, dass sich der Spritzenkolben wieder vollständig in der Spritze befindet.

7

Patient:in die Spritze übergeben

8

EKG ausdrucken

9

Patient:in 15 Sekunden maximal pressend in eine Spritze ausatmen lassen ("Blasen Sie so fest sie können hinein, Sie sollen den Spritzenkolben rausdrücken!")

10

Schnell in einem Zug: Patient:in mit Oberkörper flach hinlegen und Beine ca. 45° anheben - Position 15 Sekunden beibehalten

11

Rückkehr zur Ausgangslagerung

12

Herzrhythmus beurteilen

13

EKG ausdrucken

14

Reassessment der Vitalfunktionen durchführen


modified-valsalva.png

Erläuterungen

Seit der REVERT-Studie 2015 wird im Rettungsdienst das (hier in weiterer Folge beschriebene) modifizierte Valsalva-Manöver angewendet.

Quellenangaben

Version

Kürzel Datum Info
RK NÖ 06/2024 Ursprungsversion
raphaela.duenser 07/2026 Übernahme Ursprungsversion

Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version.

intraossärer Zugang (i.o.-Zugang)

Indikationen

Therapieziel

Kontraindikationen

Benötigtes Material

Vorbereitung & Durchführung


Vorbereitung
#
  • Infusion (Infusion, Infusionsbesteck mit Dreiwegehahn) im Druckbeutel vorbereiten
  • EZ-IO Connector mit NaCl luftleer füllen und die Klemme am EZ-IO Connector schließen
  • Bohrer mit Nadel bereitstellen
  • Notfallmedikamente vorbereiten

 

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Nr. Maßnahme/Handlung
1

Punktionsstelle lokalisieren und stabilisieren

 

image.png

 

2 Punktionsstelle desinfizieren
3 Nadel mit Magnethalter des Bohrers aufnehmen - einstechen bis Knochenkontakt, mind. eine Markierung muss über Hautniveau sichtbar sein, ansonsten größere Nadelgröße wählen
4 Bohren, bis Widerstand verloren geht (*Durchführungshinweis)
5 Bohrer senkrecht ohne Wackeln entfernen
6 Kanüle festhalten – Trokar/Mandrin nach dem Abschrauben entfernen und sicher entsorgen
7 EZ-Stabilizer-Pflaster anbringen (noch nicht abkleben)
8 Connector und Dreiwegehahn anschließen
9 Aspiration von Knochenmark zur  Verifikation der Kanülenlage 
(Cave: trotz korrekter Lage nicht in allen Fällen möglich)
10 Injektion eines Flüssigkeitsbolus (Bsp. 5 – 10ml NaCl - alternativ Infusion)
11 Sicherung des i.o.-Zugangs und der Infusionsleitung

Erläuterungen

Empfehlungen:

EZ-IO Pocket-Guide

arrow_ez_io_adult_application_.pdf

arrow_ez_io_needle_selection_g.pdf

MCI-2024-1044_EMS_BR_Arrow-EZ-IO paediatrics Flyer A5_EMEA_LR.pdf

TraumaPocketGuideDE.pdf

Quellenangaben

Version

Kürzel Datum Info
raphaela.duenser 06/2026 Ursprungsversion

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Beckenschlinge

Indikationen

UND

Therapieziel

Kontraindikationen

Benötigtes Material

Durchführung

Nr. Maßnahme/Handlung
1

Kleidung entfernen    
Es wird empfohlen die Bekleidung des/der Patient:in im Bereich des Beckengurtes zu entfernen. Andernfalls müssen die Hosentaschen bzw. alle Gegenstände in der Beckengegend komplett entleert/ entfernt  werden

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2

Kleines Becken schließen    
Damit das kleine Becken geschlossen werden kann, müssen die Beine oder Unterschenkel des/der Patient:in in Neutralposition mittels Peha-Haft oder Klebestreifen fixiert werden.

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3

Stoffgurt unter Patient:in platzieren    
Der Stoffgurt wird ohne Klettsystem (Zugsystem) unter dem/der Patient:in durchgeführt.

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4

Korrekte Position ermitteln -> Trochanter major
Ein:e Sanitäter:in in stellt sich über die Hüfte des/der Patient:in und blickt mit dem Kopf Richtung Beine. Durch vorsichtiges Tasten lokalisiert er die großen Rollhügel (Trochanter major).

 

 

image.png

image.png

5  Auf Kommando hebt ein:e Sanitäter:in das Becken des/der Patient:in leicht an.

Der/die andere Sanitäter:in platziert den Stoffgurt mittig unter dem großen Rollhügel. Auf Kommando wird das Becken wieder am Boden abgesetzt.

image.png

 

6

 Die Sanitäter:innen positionieren sich rechts und links in Hüfthöhe neben dem/der Patient:in. Der Stoffgurt wird so eingefaltet oder zugeschnitten, dass ein Spalt von
ca. 15cm (eine Handbreite) zwischen den zwei Enden freibleibt.

image.png

 

7

Die mit Klettverschluss versehene Zugsvorrichtung wird auf beiden Enden des Spalts aufgebracht. 

 

image.png

 

Beide Sanitäter:innen stützen das Becken mit der Hand, die sich näher am Kopf befindet, und führen einen seitlichen Druck auf das Becken aus um dieses zu stabilisieren. 

 

image.png

 

Das Zugsystem wird angezogen um den Spalt zu schließen. 

 

image.png

 

Die überstehende Zugschnur wird unter Spannung an den Befestigungshaken fixiert. 

8 Zum Abschluss wird die Anlagezeit auf dem Beckengurt dokumentiert.

ACHTUNG: Beckenschlingen werden häufig in einer falschen Position angelegt. 
Der häufigste Fehler besteht darin, die Beckenschlinge über dem Darmbein (ungefähr in der Position eines Gürtels) anzulegen. Eine falsche Platzierung ist mit einer unzureichenden Schienung von Beckenfrakturen und möglicherweise einer weniger effektiven Blutungskontrolle verbunden. Die korrekte Position über dem großen Trochanter kann bis zu 10–20 cm unter diesem Niveau liegen. Es ist wichtig, die genaue Position des großen Trochanter zu identifizieren, bevor die Beckenschlinge angelegt wird, um eine korrekte Platzierung sicherzustellen.


Erläuterungen

KISS-Schema


5 P´s bei der Beckenschlingenanlage
Vor dem Anlegen einer Beckenschlinge bei Verdacht auf eine instabile Beckenverletzung sollten die sogenannten „5 P’s“ beachtet werden – eine praxisorientierte Checkliste, um mögliche Komplikationen zu vermeiden und die Maßnahme sicher durchzuführen.

Pulses → Periphere Pulse tasten, vor allem A. dorsalis pedis und A. tibialis posterior, um später eine Durchblutungskontrolle nach der Anlage durchführen zu können.

Penis (oder Perineum) → Kontrolle auf Zeichen innerer Blutung (z. B. Hämatome, Blut am Meatus urethrae), verlagerter Hoden, Priapismus oder andere Hinweise auf eine urogenitale Verletzung.

Pockets → Taschen entleeren: Gegenstände (z. B. Handy, Schlüssel, Geldbörse) in Hosentaschen können unter der Schlinge Druckstellen, Schmerzen oder eine ungleichmäßige Kompression verursachen.

Phones → In Anlehnung an „Pockets“, wird hier meist auf Mobiltelefone hingewiesen, da diese oft separat in Hosen- oder Jackentaschen stecken. Diese sollten entfernt werden, bevor die Schlinge angelegt wird.

Pulses (nochmals) → Erneute Kontrolle der Pulse nach Anlage der Beckenschlinge, um sicherzustellen, dass die Durchblutung nicht kompromittiert wurde.

Quellenangaben

Bildnachweis Anlage Beckengurt: ÖRK LV Vorarlberg

Trauma-Pocket-Guide-DE-LR.pdf

Version

Kürzel Datum Info
raphaela.duenser 06/2026 Ursprungsversion

Keine Gewährleistung für ausgedruckte Versionen - aktuell ist nur die Online-Version.